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Ich will zart sein mit DirBiblische Hinweise, was Ehe christlich macht. |
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Wie wird die Heilige Schrift für uns Ehepaare lebendig? Wie wird unsere Ehe durch das Lesen in der Hl. Schrift lebendig?
Es tut gut, biblische Texte unter dem parteilichen Blickwinkel als Verheirateter zu lesen. Wir dürfen mit den Fragen unserer Lebenswirklichkeit als Ehefrau bzw. Ehemann vor Gott treten und erwarten, daß Er in unser Leben spricht.
Hier eine kleine Auswahl. Vielleicht mundet sie und macht darüber hinaus Appetit auf mehr vom Wort Gottes.
Das Buch Kohelet gibt realistische Ratschläge: "Zwei sind besser als einer allein. Wenn sie hinfallen, richtet einer den anderen auf. Wenn zwei zusammen schlafen, wärmt einer den anderen. Zwei sind einem Angreifer gewachsen, und eine dreifache Schnur reiß nicht so schnell." (vgl. Koh 4, 9-12) Heute dürfen wir von der dreifachen Schnur sprechen, wenn wir die Ehe von zwei Christenmenschen als Bund mit Jesus Christus bezeichnen.
Im Buch Tobit ist uns eine Eheanbahnungsgeschichte überliefert: Tobias findet unter Geleit des Engel Rafael Sara, ein Mädchen, das bereits verheiratet war mit sieben Männern, die aber alle in der Hochzeitsnacht gestorben sind. Der Begleiter sagt dem Bräutigam "Hab keine Angst; das Mädchen ist schon immer für dich bestimmt gewesen. Du wirst sie aus ihrer Not befreien; sie wird mit dir ziehen und dir gewiß Kinder schenken" (Tobit 6,18). In der wegen der Vorgeschichte für die ganze Sippe dramatischen Hochzeitsnacht betet Tobias: "Darum, Herr, nehme ich diese meine Schwester auch nicht aus reiner Lust zur Frau, sondern aus wahrer Liebe. Hab Erbarmen mit mir, und laß mich gemeinsam mit ihr ein hohes Alter erreichen." Und sie sagte zusammen mit ihm "Amen" (Tob 8, 7). Erwarten wir für unsere heranwachsenden Kinder, so sie in der Ehe glücklich werden sollen, daß Gott den Partner, die Partnerin bereithält? Beten wir als Eltern für sie um einen Engel und um Bewahrung beider, bis sie einswerden?
Bei Mose ist uns israelisches Recht, daß die junge Ehe besonders schützt, überliefert: Der neuvermählte Mann "darf ein Jahr lang frei von Verpflichtungen zu Hause bleiben und die Frau, die er geheiratet hat, erfreuen" (Dtn 24,5). Nehmen wir dies als Ermutigung für die eigene Ehe, uns Auszeiten vom Alltag zu gönnen: Ehe-Verwöhn-Wochenenden, Ehepaarexerzitien, Familienerholungen mit geistlichem Programm.
"Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht." (Kol 3,14) Wir dürfen miteinander in geisterfüllter Beziehung leben, denn
"die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist" (Röm 5,5). Und die Aufforderung Jesu im Abendmahlssaal nach der Fußwaschung gilt gewiß auch uns, die wir in der Ehe eine besondere Dichte leben und uns wahrlich die Nächsten sind: "Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben." (Joh 13,34)
Wir dürfen in der Ehe den Partner annehmen als Gabe. "Du bist Gabe Gottes an mich - Du bist ein Brief Christi." (vgl. 2 Kor 3,3). Als Jüngerin und Jünger Christi ist uns etwas ins Herz geschrieben, die Liebe Gottes, haben wir einen Absender, sind Boten des einen Vaters. Die Ordnung des Miteinanders in der Familie steht unter diesen Vorzeichen. Dazu der Epheserbrief: "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat." Lieben wir Männer unsere Ehefrauen, unsere Familie nach dem Maße Christi, bis aufs Blut? Wenn ja, dann dürfen wir auch die Zusage für uns in Anspruch nehmen: "Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst." Die Aufforderung "die Frau aber ehre den Mann" fällt Frauen in solcher Beziehung leicht(er) (vgl. Eph 5,25.28.33).
Die Aufforderung zur Treue mag uns Männern eine warmherzige Einladung sein, wenn wir sie folgendermaßen lesen dürfen: "Trink Wasser aus deiner eigenen Zisterne, Wasser, das aus deinem Brunnen quillt. Freu dich der Frau deiner Jugendtage, der lieblichen Gazelle, der anmutigen Gemse! Ihre Liebkosung mache dich immerfort trunken, an ihrer Liebe berausch dich immer wieder." (Spr 5,15.18f)
Geht jemandem das gute Wort und die liebende Anrede für den Partner, die Partnerin aus, so lese er, lese sie im Hohen Lied der Liebe: "Mein Geliebter ruht wie ein Beutel mit Myrrhe am meiner Brust. Der Geliebte ist mein, und ich bin sein. Sein Mund ist voll Süße, alles ist Wonne an ihm. - Wer ist, die da erscheint wie das Morgenrot, wie der Mond so schön, strahlend rein wie die Sonne, prächtig wie Himmelsbilder? Wie schön bist du und wie reizend, du Liebe voller Wonnen! Wie eine Palme ist dein Wuchs. - Ich gehöre meinem Geliebten, und ihn verlangt nach mir. Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm." Diese Verse aus dem Alten Testament mögen unser gutes Denken erfrischen und unser Reden zu größerem Liebreiz gewinnen (Hld 1,13; 2,16; 5,16; 6,10; 7,7f.11; 8,6).
Die Familienbeziehungen werden von Jesus selber nochmals relativiert: "Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter." (Mk 3,35) und "Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig" (Mt 10,37). Wir sind und bleiben als Jüngerin und Jünger Christi immer zuerst Abhängige Gottes, geborgen in Seiner Hand und Träger Seiner Verheißung an Jerusalem und die Völker: "Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag." (Zef 3,17) Gott frohlockt über die Ehepaare, die Ihm vertrauen, die ihr gegenseitiges Vertrauen auf Ihn bauen.
Der Autor Franz-Adolf Kleinrahm ist Diakon und leitet mit seiner Frau Angelika die katholische Gemeinschaft "Familien mit Christus" und das von dieser getragene Geistliche Familienzentrum in Heiligenbrunn, Diözese Regensburg.
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