Presseberichte
25 Jahre Kurse für Ehe und Familie
| Erschienen in: | Erneuerung in Kirche und Gesellschaft, Heft 116, Paderborn 2010 |

Erster Familienkurs 1985 in Maihingen, Diözese Augsburg, links mit Kind Angelika Kleinrahm, rechts als Referent Franz-Adolf Kleinrahm.
Der 440. Kurs stärkt das Miteinander von Eltern und Kindern
Mit dem zehntägigen Kurs im Geistlichen Zentrum in Heiligenbrunn im Sommer 2010 hat das Ehepaar Kleinrahm seit August 1985 440 Kurse mit einer Dauer von bis zu 14 Tagen durchgeführt. Immer geht es um die Stärkung oder Wiederherstellung von christlich gelebter Ehe und Familie im Sinne eines geistlichen Präventionsprogramms.
Derzeit üben Eltern ihre Erziehungskompetenzen unter Begleitung von fünf Kommunikationstrainerinnen und –trainern. Das FamilienTeam-Elterntraining wurde an der Münchener Universität entwickelt und seine Wirksamkeit bestätigt. Alle Heiligenbrunner Seminare stärken den persönlichen Glauben und die Ehebeziehung und befähigen Eltern, ihren Kindern gute Begleiter auf ihrem Lebensweg zu sein. Die Bekräftigung des Ehebundes durch die Erneuerung des Eheversprechens, wie es in Gemeinden bei der Goldenen Hochzeit vielerorts üblich ist, gehört wesentlich als Angebot an jedes Paar zum Ablauf der zehntägigen Exerzitien-Kurse dazu. Die Auswirkung dieser persönlichen Entscheidung wird in einer Formulierung im Jahresprogramm bewertet: Jede erneuerte Ehe ist ein Beitrag zu einer erneuerten Gesellschaft. Diese Ausrichtung wird in verschiedenen Kursformen gelebt: Exerzitien, Bildungswochenenden, Kommunikationstrainings für Paare, Familienerholungen mit Geistlichem Programm, Familien-Pilgerreisen in Israel, Familienfreizeiten im Ausland.
Geistliches Zentrum für Familien
Aus der Seminararbeit in wechselnden Tagungshäusern entstand 1989 durch die Übernahme der leer stehenden Schule in Heiligenbrunn ein Geistliches Zentrum für Familien. Aus dem lockeren Miteinander von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entstand eine verbindliche Gemeinschaft mit dem Namen „Familien mit Christus“. Diese wurde im selben Jahr vom damaligen Regensburger Bischof Manfred Müller anerkannt. Ihre Mitglieder leben derzeit in 13 deutschen und drei ungarischen Diözesen und engagieren sich in ihren Pfarrgemeinden ehrenamtlich, meist im Bereich der Vorbereitung auf Erstkommunion, Firmung und Ehe, in der Liturgie und den pfarrlichen Gremien. Einige sind als Religionslehrerinnen und Diakone tätig. Die Personen, die sich der Gemeinschaft anschließen, versprechen für jeweils drei Jahre, sich um das eigene geistliche Wachstum in der Familie zu bemühen, die Gemeinschaft untereinander zu achten und zu pflegen und den Dienst in Geistlichen Zentrum nach Kräften mit zu tragen. Familien erfahren in den Veranstaltungen, dass sie getragen werden vom Gebet anderer Gottsuchender.
Franz-Adolf Kleinrahm, der 1987 in Paderborn zum Ständigen Diakon geweiht wurde, und seit 37 Jahren mit Angelika verheiratet ist, sagt: „Ehe als Berufung wird tiefer erkannt. Es wird gelernt, auf Gottes Anruf Antwort zu geben. Ehe als Beziehung zwischen Mann und Frau ist Abbild des dreifaltigen Gottes, der in sich Beziehung ist. Pfarrgemeinden können davon profitieren, wenn ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kursen gestärkt und motivierter heimkommen. Die Sakramente Taufe und Ehe sind nicht nur gültig gespendet, sondern bringen Nutzen im Alltag.“
Elternschule als Glaubenskurs
Als zeitlich umfangreichster Kurs wurde die Elternschule entwickelt, die aus sieben Kursabschnitten mit 32 Kurstagen innerhalb von zwei Schuljahren besteht. Sie ist eine Glaubens- und Lebensschule für Eltern, die ihre Erziehungskompetenzen ausbauen und vertiefen wollen. Daran nehmen in diesem Jahr zehn Ehepaare teil. Die elterliche Kursteilnahme wird möglich, da die Kinder in altersgerechten Gruppen betreut werden: die älteren Schulkinder ab Klasse 5, die Grundschulkinder, die Kinder im Kindergarten und die die Kleinsten in der Gruppe U3. Das Programm enthält neben Spiel und Spaß Elemente aus Kinderbibelwochen. Die Betreuerinnen und Betreuer setzen ehrenamtlich ihre Zeit ein durch Dienste an Wochenenden oder in den Schulferien. Vorbereitet werden sie darauf in der jährlich einmal in Heiligenbrunn angebotenen Mitarbeiterschulung, jedes Jahr unter einem anderen Thema. Das Programm wird ermöglicht durch den Dienst von nur drei teilzeitangestellten Mitarbeiterinnen in den Bereichen Küche, Pflege des Hauses und Buchhaltung, die alle bereits über zehn Jahre in Heiligenbrunn arbeiten.
Täglich für die Ehen beten
Mitglieder der Gemeinschaft beten täglich für die Bewahrung und das Gelingen von Ehen und Familien in unserem Land. Drei Gebetsanliegen als Beispiel: Mache die Familien zu Stätten des Glaubens, des Gebetes, des Verzeihens und des Liebens. Stärke die Politiker, dass sie die Rahmenbedingungen für gelingendes Ehe- und Familienleben schaffen. Gib Eheleuten in Krisensituationen neues Verständnis füreinander und die Gnade eines Neubeginns. Einzelpersonen und Ehepaare können ihre Gebetsbitten auf der Homepage Heiligenbrunn.de eintragen. Diese werden dann in der Hauskapelle von Gemeinschaftsmitgliedern Gott als Fürbitte vorgetragen.
Diakon Kleinrahm startete 1977 als Pastoralreferent ins Berufsleben. Ab 1982 arbeitete er als Redakteur unserer Zeitschrift „Erneuerung in Kirche und Gesellschaft“. Der Kontakt mit vielen Verantwortlichen Geistlicher Gemeinschaften und neuer kirchlicher Bewegungen führte zum Einsatz für das Miteinander dieser Initiativen und Gruppierungen in der Diözese Regensburg und auf nationaler Ebene. Seit 1983 ist Franz-Adolf Kleinrahm Mitglied des Rates der Charismatischen Erneuerung in Deutschland, zuerst als Pressesprecher, dann als Paderborner Diözesansprecher, seit der Weihe als Gemeinschaftsleiter. Der Päpstliche Laienrat lud Ehepaar Kleinrahm 2006 ein zu einem Kongress von 300 Verantwortlichen von 100 Gemeinschaften aus fünf Kontinenten. Der Dienst der Gemeinschaften für das Ganze der Kirchen zeigt sich auch im ökumenischen Miteinander-Prozess ehespiritueller Gruppen und Werke und in seiner Referententätigkeit bei Katholikentagen und Ökumenischen Kirchentagen. „Ökumene lebt von persönlichen Begegnungen und Freundschaften und wird im Gebet als Geschenk des Geistes erfleht“, betont Franz-Adolf Kleinrahm.
Während der 20 Jahre in Heiligenbrunn hat die Gemeinschaft Familien mit Christus vor allem mit der handwerklichen und finanziellen Unterstützung von Familien das ehemalige Internat zu einer familiengerechte Tagungsstätte umgebaut. Die Diözese Regensburg, die Gemeinde Hohenthann und der Vermieter Josefsverein haben die baulichen Maßnahmen unterstützt. Das Gesamtvolumen der Investitionen liegt bei € 700.000,- und zusätzlich über 30.000 ehrenamtlich geleistete Stunden handwerkliche Arbeiten in so genannten Oel-Wochen, Ora et labora, bete und arbeite. Die Sanierung von 800 qm Dachfläche im Jahr 2008 war die größte Einzelmaßnahme. Dabei engagieren sich auch Freiwillige aus verschiedenen Nationen, die der Internationale Bauorden vermittelt. Im Jahre 2003 gründete die Gemeinschaft die Stiftung Familien mit Christus, um dem Werk auf Dauer ein breiteres Fundament zu geben.
Das Jahresprogramm ist erhältlich bei Diakon Kleinrahm, Heiligenbrunn, 84098 Hohenthann, Tel. 08784-278, www.FamilienMitChristus.de.

Diakon Franz-Adolf Kleinrahm mit Ehefrau Angelika leiten ein Familien-Morgenlob in der Brunnenkapelle. Hier geschah 1662 die erste Heilung eines Stumm-Gewordenen. Heute finden in Heiligenbrunn Ehepaare und Familien zu gelingender Kommunikation.

















