Franz-Adolf Kleinrahm

Gott ist Beziehung

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Wir feiern Gott als ein "Wir", als Dreifaltigen; im Kirchenjahr besonders am Sonntag nach Pfingsten: Dreifaltigkeitssonntag, Trinitatis. Dieser dreifaltige Gott hat den Menschen geschaffen in der Verschiedenheit von Frau und Mann. Gott war die großartige Idee gekommen, sein "Wir" in die Schöpfung überfließen zu lassen in der Verschiedenartigkeit zweier Geschlechter. Viele leben in einer Partnerschaft, Ehe. Leben wir in der Ehebeziehung etwas von der Wesensart Gottes? 
Es bedarf oft eines Ringens um gelingende Kommunikation, z.B. bemühen wir uns aus dem Keller der Kritik herauszukommen. Bei aller menschlichen Anstrengung um ein gutes Miteinander im Paar machen viele die Erfahrung, daß Offenheit und Ehrlichkeit, daß herzliches Miteinander letztlich ein Geschenk ist, das Ehepartner gemeinsam von Gott erbitten dürfen. Im Miteinander treuer ehelicher Beziehung spiegelt sich das Wesen dieses menschenfreundlichen Gottes wieder. In Treue, Langmut, Wohlwollen dürfen wir wahrnehmen, daß Gottes Heiliger Geist mit uns ist. Diesem "Familiengeist" Gottes dürfen wir uns öffnen in dem Bemühen umeinander in Ehe. Ehepaare erahnen beide Seiten des unaussprechlichen Geheimnisses der Trinität: in ihrer Verschiedenartigkeit die Dreifaltigkeit seines Wesens, die Dreieinigkeit in treuer mit den Jahren kräftiger werdenden Einheit.
Christliche Eheleute sind von der Wurzel ihrer Ehe in Gott aufeinander bezogen. Wir dürfen aus Gottes Anruf einander zusagen "werde wirgemäß!" und uns gegenseitig helfen, im ehelichen Wir Seine Herzenshaltung zu verwirklichen. Gott offenbart sich als mitfühlend, wohlwollend, langmütig, reich an Gunst und Treue. Hat ein Mensch eine solche Herzenshaltung, fällt es uns leicht, diesen zu bejahen. Wir dürfen als Kirche im Kleinen, Hauskirche, die Zusage des Paulus dankbar entgegennehmen "Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen". 
Die überfließende Liebe zwischen Gott Vater und Sohn äußert sich in einem Dritten, dem Heiligen Geist. Aus der Liebe zwischen Mann und Frau kann als Drittes ein Kind entstehen. Christen dürfen darin (bei aller größeren Unähnlichkeit) eine Entsprechung sehen. Eheleute haben Teil am innergöttlichen Leben. Wir dürfen jetzt schon von innen heraus genießen und glücklich sein. Gott hat es gefallen, seine Wesenszüge hineinzulegen in uns. Wir feiern das Wesen Gottes. Nehmen wir die Feier des Dreifaltigkeitssonntags (Trinitatis) als Einladung, uns Gott zu nähern, uns von ihm wandeln zu lassen nach seinem Bild. Als Christen sind wir berufen, uns von Gott anreden und an sein Herz ziehen zu lassen. Wir Menschen sind "Bild Gottes". Als seine Geschöpfe sind wir eingeladen, ihm ähnlich zu werden. Seine Herzenshaltung präge unser Herz und fließe über in unserem Handeln. 
Paulus verheißt, daß wir in der Freude der Beziehung zu Gott Erneuerung und Vollendung erfahren dürfen. Für uns klingt darin die Hoffnung, daß Er am Ende unserer Tage sagen möge wie am Ende der Schöpfung "Es ist alles gut". Falls wir bereit sind, dies gedanklich auszuweiten auf das Miteinander in Gruppen unserer Pfarrgemeinde, auf Kirche, so könnte das unser Leben ändern. Der Apostel sagt uns vom dreifaltigen Gott her zu, daß dieser Gott der Liebe und des Friedens mit uns sein wird, daß Einheit und Frieden in der Gemeinde sein wird. Der Ruf ist eindeutig: glaube an Jesus Christus und du bist gerettet. Falls Sie heute beim Gottesdienst zum Friedensgruß eingeladen werden, dürfen Sie den Frieden aus dem Herzen Gottes wünschen. Dieser Frieden übersteigt unsere Fähigkeiten. Dieser Gott meint es wirksam gut mit uns. 
(Zum Sonntag: Joh 3,16-18; 2 Kor 13,11-13)

Der Autor Franz-Adolf Kleinrahm ist Diakon und leitet mit seiner Frau Angelika die katholische Gemeinschaft "Familien mit Christus" und das von dieser getragene Geistliche Familienzentrum in Heiligenbrunn, Diözese Regensburg.

Familien mit Christus, Heiligenbrunn, D-84098 Hohenthann, Tel. 08784-278, Fax 08784-771, info@familienmitchristus.de
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